• Bericht zur Informationsveranstaltung „Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit der Deutschen Nierenstiftung“ am 26. April 2014 erschienen in„Allgemeine Laberzeitung“

                                Eine unbekannte Volkskrankheit

 

Prof. Dr. Riegel und Dr. M. Banas über chronische Nierenerkrankung

 

Regensburg/Irl. (sb) Mit Dr. Miriam Banas und Prof. Dr. Werner Riegel konnte die Selbsthilfegruppe der „Hilfsgemeinschaft der Dialysepatienten und Transplantierten Regensburg/Straubing“ zwei namhafte Referenten gewinnen. In hoch interessanten Vorträgen im Gasthof Held in Irl erfuhren die Nierenpatienten Ostbayerns, dass rund fünf Millionen Menschen der BRD in unterschiedlichen Stadien nierenkrank seien, ohne es zu wissen und bezeichneten diese Krankheit deshalb als „unbekannte Volkskrankheit“.  Die vor 15 Jahren gegründete „Deutsche Nierenstiftung“, deren Vorsitzender Prof. Riegel ist, verfolgt deshalb unter dem Motto „nierenstark“ folgende drei Ziele: Forschung  fördern, Betroffene  unterstützen und die Öffentlichkeit  informieren.Zunächst erläuterte Dr. M. Banas die aktuellen Transplantationszahlen bis April dieses Jahres am Uniklinikum Regensburg und beschrieb die signifikant schlechte Lage im Bereich der Organspende. Hatte man 2010 noch 1200 Organspender,  konnten im vergangenen Jahr nur 786 Spender registriert werden. So stehen in Regensburg 350 Nierenpatienten und 19 Pankreas/Nierenkranke auf der Warteliste, nur 14 konnten in 2014 bisher transplantiert werden.  Man müsse alles unternehmen, um das Vertrauen der Bevölkerung wieder zurückzugewinnen. Die engagierte Ärztin beschrieb diese Notlage und wies auf die Vorschläge in einem offenen Brief der Deutschen Transplantationsgesellschaft an den Bundestag hin. Patienten, denen man mit einer  Organtransplantation helfen könnte, müssen bei uns sterben, bedauerte sie. Die Deutsche Nierenstiftung unter dem Motto „nierenstark“ fördert die Forschung und vergab bereits Stipendien für über 40 junge Nephrologen. 2011 gelang ein neuartiger Ansatz zur Früherkennung von Nierenerkrankungen durch die Analyse von Mikrovesikeln im Urin. Ein weiteres Vorhaben wird erfolgreich umgesetzt in der Aktion „Kinderwünsche“ für Kinder und Geschwister von Patienten, erläutert Dr. Banas. Mit der Aufklärungskampagne „Deine Nieren filtern 1800 Liter Blut täglich für dich“ auf mehreren hundert „Roten Säulen“ in vielen Städten Deutschlands soll die Leistungskraft unserer Nieren symbolisiert werden, stellt Prof. Riegel, der Vorsitzende der Deutschen Nierenstiftung und Direktor der Medizinischen Klinik Darmstadt,  fest und weist auf das Erscheinen einer Nierenfibel für Kinder und entsprechende Flyer hin. Dabei vertraut er auf die Unterstützung Prominenter wie der Schauspielerin Senta Berger, Erwin Pelzig oder Brigitte Zypries, MdB, die sich für die Anliegen der Deutschen Nierenstiftung engagieren.

In rund 1200 nephrologischen Praxen und Kliniken der BRD würden rund 90 000 Dialysepatienten behandelt; jedes Jahr kämen rund 15 000 dazu, wobei die Kosten für eine Dialyse sich auf rund 40 000 Euro jährlich belaufen, eine Transplantation hingegen mit einmalig 50000 Euro zu Buche schlage. Insgesamt belaufen sich die Leistungsausgaben für Nierenerkrankungen auf rund 3 Mrd.  Deshalb verfolge er mit der Stiftung Ziele wie die Verminderung bzw. Verzögerung von Dialysebehandlungen, die Reduktion des kardiovaskulären Risikos und die Vermeidung von Folgeschäden, denn eine eingeschränkte Nierenfunktion bedinge das Auftreten weiterer Krankheiten und ist damit Ursache und nicht Folge vieler Erkrankungen. Stets stehe der Betroffene im Mittelpunkt – sei es die Reduzierung der Dialysepatienten oder die Vermeidung der Ereignisrate von Herzinfarkten um jeweils zehn Prozent oder die Verzögerung des Dialyseeintritts um mindestens zwölf Monate. Der mitdenkende Patient brauche dringend Begleitangebote und Trainingseinheiten, die durch Information und Aufklärungsarbeit fundiert werden müssen, forderte letztlich Prof. Dr. Riegel eindringlich. Mit großem Applaus dankten die begeisterten Zuhörer den beiden Referenten für ihren engagierten und großen Einsatz für die Nierenpatienten. Vorsitzender  Bäumel konnte einen interessanten und aufschlussreichen  Informationsnachmittag beschließen.

 Rektor Siegfried Bäumel, Dr. Miriam Banas und Prof. Dr. Werner Riegel

Bild: (v.r.)  Prof. Dr. Werner Riegel, Dr. Miriam Banas und Rektor Siegfried Bäumel           

       

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